Auf dem Bild sieht man mehrere große weiße Satellitenschüsseln und andere Kommunikationstechnik

Spionageabwehr

Deutschland und auch das Bundesland Hessen sind  bevorzugte Aufklärungsziele fremder Nachrichtendienste. Diese folgen politischen und wirtschaftlichen Zielvorgaben ihrer jeweiligen Heimatstaaten. Daneben stehen mitunter neue  Forschungserkenntnisse sowie zukunftsorientierte Technologien im Zentrum ihrer Spionageaktivitäten. 

Das Landesamt für Verfassungsschutz Hessen geht aufgrund seines gesetzlichen Auftrages Verdachtsmomenten hinsichtlich Spionageaktivitäten nach, stellt sich auf die gesellschaftlichen, politischen und technischen Wandlungen ein und trägt diesen in seiner Arbeit Rechnung.

Die Aufklärungsziele der in Deutschland agierenden Nachrichtendienste unterscheiden sich je nach Interessenlage des Entsendestaates. Sie reichen von der Beobachtung, Kontrolle und Ausschaltung der jeweiligen Opposition bis hin zur Informationsbeschaffung in den „klassischen“ Spionagebereichen Politik, Wirtschaft/Wissenschaft und Militär.

Manche Staaten nutzen für nachrichtendienstliche Operationen auf deutschem Boden neben amtlichen Einrichtungen (zum Beispiel Botschaften, Generalkonsulaten) halbamtliche Vertretungen ihrer Länder.

Ausländische Nachrichtendienste sind in unterschiedlicher Stärke in den jeweiligen Einrichtungen ihrer Staaten in Deutschland präsent. Auch in Hessen werden sogenannte Legalresidenturen als Stützpunkte ausländischer Nachrichtendienste unterhalten. Getarnt agieren sie aus den offiziellen Einrichtungen heraus und nutzen den Schutz des diplomatischen Status oder treten als halboffizielle Vertreter von Unternehmen mit staatlicher Beteiligung der Herkunftsländer auf.

Die Aufgabe der Spionageabwehr besteht auch in der  Verhinderung der unrechtmäßigen Herstellung und Proliferation (d.h. Weiterverbreitung) von Massenvernichtungswaffen, den Erwerb dazu passender Trägersysteme und Technologien durch fremde Staaten.

Proliferationsrelevante Lieferungen lassen sich meistens nicht allein durch die Betrachtung technischer Kriterien erkennen. Das liegt daran, dass Produkte aus den Schlüsseltechnologien auch zivile Einsatzmöglichkeiten haben können („Dual Use“). Die Relevanz ergibt sich erst mit der tatsächlichen Endverwendung. Damit wird deutlich, dass für die Beurteilung der Proliferationsrelevanz immer zusätzliche Informationen notwendig sind.